Erste Visionen für die ZukunftEs war deutlich geworden, dass die Tagebauproblematik einer ausführlichen Planung über die Gemeindegrenzen hinaus bedurfte und die traditionellen Instrumente dabei nicht mehr greifen würden. So gab es schon 1994 erste Ideen für eine zukünftige landschaftliche Neugestaltung der Tagebauregion, beispielsweise des Architekten und Stadtplaners Wolfgang Joswig. Er ließ sich u.a. durch die landschaftsplanerischen Visionen des damals gerade verstorbenen Otto Rindt, "Vater des Senftenberger Seengebiet", inspirieren und entwickelte ein Konzept für einen Landschaftspark ("Ilse-Park").
Partner im BootIn den Studentenwochen Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich aus der Planung des Ilse-Parks das Angebot einer Internationalen Bauausstellung in der Niederlausitz. Bereits am 24. Mai 1994 konnte Holger Bartsch, Landrat des Kreises Oberspreewald-Lausitz, als erster für die Idee einer IBA in der Region gewonnen werden. Da die "Gestaltung neuer Landschaften nach dem Tagebau" nicht an den Kreisgrenzen halt macht, sondern ein Anliegen der ganzen Region Lausitz-Spreewald ist, schlossen sich auch die drei Landkreise Spree-Neiße, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sowie die Stadt Cottbus der Interessengemeinschaft für eine IBA an.
IBA ist machbarUnd so konnten unter dem Dach der "Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald" im Herbst 1996 zwei Arbeitsgemeinschaften (ARGE Joswig & Partner und ARGE Basler & Partner) mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für eine IBA beauftragt werden. Diese Studien dienten als Grundlage, um über eine Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land in der Niederlausitz entscheiden zu können. Auf dieser Basis nahm im Februar 1997 das Gründungskuratorium unter dem Vorsitz von Walter Momper seine Arbeit auf und erarbeitete ein Empfehlungspapier zur Durchführung der IBA Fürst-Pückler-Land.
Vorbereitungsgesellschaft besiegeltIn der Regionalversammlung im Herbst 1997 wurde schließlich der Beschluss zur Vorbereitung der IBA unter dem Titel "Werkstatt für neue Landschaften" in Form der Gründung der Vorbereitungsgesellschaft gefasst. Aufgabe dieser Vorbereitungsgesellschaft war es, Leitbild und Leitlinien für eine IBA in der Lausitz herauszuarbeiten und an den ersten IBA-Startprojekten die Machbarkeit und Finanzierbarkeit zu belegen. Die Landkreise allein hätten eine IBA nicht tragen können; daher war es wichtig, das Land Brandenburg auch finanziell mit "ins Boot" zu bekommen. Dies gelang als die Landesregierung Brandenburg auf ihrer Kabinettssitzung in Cottbus im März 1999 den Beschluss zur finanziellen Unterstützung der IBA Fürst-Pückler-Land fasste.
IBA offiziell am StartIm Jahr 2000 ging die IBA-Vorbereitungs-GmbH dann offiziell in die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land GmbH über.
Gleich zu Beginn präsentierte sich die IBA auf zahlreichen internationalen Messen. Erste Workshops und Konferenzen, beispielsweise zum Thema "Bergbaulandschaft und Bergbaugeräte nach dem Bergbau" sowie zur touristischen Vermarktung der F60, wurden veranstaltet. Die Struktur der Landschaftsinseln wurde auf dem großen internationalen Workshop im Herbst 2001 weiterentwickelt. Im Jahr 2002, dem Jahr der Eröffnungen, waren die ersten Projekte öffentlich nutzbar und konnten entsprechend präsentiert werden. Das Besucherbergwerk F60, die IBA-Terrassen, die Slawenburg Raddusch, die Biotürme Lauchhammer, die Landmarke Lausitzer Seenland und weitere Projekte wie die Gartenstadt Marga oder das Erlebnis-Kraftwerk Plessa gelten seither als touristische Attraktion und erfreuen sich einer wachsenden Besucherzahl.
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