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Projekt 9: Schwimmende Häuser Geiserswalde

Wohnen auf den Wellen

Im Lausitzer Seenland wird ein Traum wahr: wohnen auf dem Wasser. Auf dem Geierswalder See entsteht eine Marina für schwimmende Häuser und macht damit nicht nur innovatives Wohnen am und auf dem Wasser möglich, sondern stellt ein neues Markenzeichen für das Lausitzer Seenland dar.

AUSGANGSSITUATION

Wo heute der Geierswalder See entsteht, wurde von 1955 bis 1972 im Tagebau Koschen Braunkohle gefördert. Der kleine Ort Geierswalde hatte Glück, er lag bei Beendigung des Tagebaubetriebs direkt am Rand der Grube, die Bagger hatten rechtzeitig gestoppt und zogen weiter. Der Nachbarort Skado mit über 200 Einwohnern hingegen war umgesiedelt und abgebaggert worden. Wegen des großen Sanierungsstaus der Gruben in der DDR blieb das »Restloch« lange liegen und lief allmählich durch ansteigendes Grundwasser voll, das zuvor, während des Bergbaus, künstlich abgesenkt worden war. Erst in den 1990er Jahren konnte der bundeseigene Bergbausanierer LMBV hier mit der Sanierung und 2004 mit der künstlichen Flutung beginnen. Der entstehende See bekam den Namen der Anrainergemeinde Geierswalde.

PROJEKTVERLAUF

Zwar wird der Geierswalder See seine endgültige Größe von 620 Hektar erst 2012 erreichen, aber er wurde schon vorher zur Nutzung freigegeben. Besonders bei Surfern und Kitesurfern ist der See sehr beliebt, weil hier an einigen Stellen regelmäßig ein sehr böiger Wind vorherrscht.
Die IBA hatte einen windgeschützten Standort nahe des Ortes Geierswalde für ein anderes Vorhaben im Blick: schwimmende Häuser.

Seit die IBA 2000 ihre Arbeit am Landschafts- und Strukturwandel der Lausitz begonnen hatte, warb sie für ihre Vision von schwimmenden Häusern auf den künstlichen Seen. 2003 konnten erste konkrete Entwürfe und Konzepte präsentiert werden: Für den Standort am Geierswalder See stellte die IBA einen designorientierten Haustyp in Metallbauweise nach einem Entwurf von eckedesign (Berlin) öffentlich vor und zur Diskussion. Schon ein Jahr später stellte eine regionale Metallbaufirma einen Prototyp des Hauses an Land vor.

In der Folgezeit gab es zwar Designpreise für den Entwurf und reges Interesse an einem Musterhaus auch auf dem Wasser – aber der Baustart musste immer wieder verschoben werden, da das Vorhaben, ein schwimmendes Haus auf einem Bergbaufolgesee zu bauen, die beteiligten Behörden, Investoren, Baufirmen und die IBA vor neuartige Herausforderungen stellte, für die es keine bekannten und bewährten Lösungen gab. Eine tragfähige Lösung fand sich schließlich in der Region: Ein weiterer Metallbauunternehmer baute sich zunächst ebenfalls zwei Prototypen an Land, vermietete diese an Urlauber und beschloss, nun auch selbst in das Projekt »Schwimmende Häuser« auf dem Geierswalder See zu investieren.

Nachdem bereits 2006 die ersten schwimmenden Häuser auf dem Gräbendorfer und dem Partwitzer See eingeweiht und Erfahrungen für den Planungs- und Genehmigungsprozess genutzt werden konnten, gelang schließlich auch auf dem Geierswalder See der Durchbruch. 2009 wurde unter dem Namen »ar-che« eine Neuinterpretation des ursprünglichen Entwurfs eröffnet: Die »ar-che« ist ein Referenzhaus für den bis 2011 geplanten »Wohnhafen Scado« mit insgesamt 20 Häusern auf dem Wasser und neun Häusern an Land. Auch die von WilDesign aus Finsterwalde entworfene »ar-che« wurde mit dem brandenburgischen Designpreis ausgezeichnet.

AUSBLICK

Der geplante »Wohnhafen Scado« im Südwesten des Ortes Geierswalde, wird mit einem bestehenden Freizeithafen für den Vereinssport und Wassertourismus verknüpft. Bis 2015 wird der Geierswalder See über schiffbare Kanäle direkt mit dem Senftenberger, dem Sedlitzer und dem Partwitzer See verbunden sein. Als erster nutzbarer unter den neuen Seen erhält der Geierswalder See eine sportlich-aktive Orientierung. Deshalb soll neben dem Surfen und Segeln auch die Benutzung von Motorbooten erlaubt sein. Der See teilt sich in eine ruhige und eine aktive Hälfte. Aktivangebote werden auf einen großen Entwicklungsbereich um den Ort Geierswalde konzentriert. Im Nordosten des Ortes entsteht ein Erlebnisbereich am Strand mit einer Wasserskianlage als Hauptattraktion. Mit weiteren Attraktionen wie einem Kletterturm und schwimmenden Inseln entsteht hier ein Anziehungspunkt insbesondere für die Jugend. Am Ort selbst soll eine schwimmende Seebrücke den geplanten Bootsanleger mit einem schwimmenden Restaurant verknüpfen.

Anfahrt

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zu den Schwimmenden Häusern in Geierswalde.

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letzte Änderungen: 24.7.2012 11:34